Makler oder selbst?Eine ehrliche Antwort.
Wir bauen Werkzeuge für Privatverkäufer. Trotzdem: Ein Makler ist manchmal die bessere Wahl. Hier sind sechs Situationen, in denen wir Ihnen ehrlich zum Makler raten. Und sechs, in denen Sie ohne ihn besser fahren.
01Vorab
Wir haben ein Interesse, und sagen es Ihnen.
Immowas lebt davon, dass Sie selbst verkaufen und dabei unsere Werkzeuge nutzen. Wir bekommen weder Provision noch Vermittlungs-Honorar. Wir verdienen ausschließlich an Festpreis-Paketen, die Sie buchen, wenn Sie sie brauchen.
Das heißt: Wir haben ein Eigeninteresse. Wir glauben, dass die meisten Privatverkäufer selbst verkaufen können und es auch sollten. Aber wir kennen auch die Fälle, in denen ein Makler genau das richtige ist.
Dieser Artikel ist der Versuch, ehrlich zu sein, auch wenn es gegen uns spricht.
02Wann ein Makler die richtige Wahl ist
Sechs Situationen,
in denen wir zum Makler raten.
Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, lohnt sich wahrscheinlich ein Makler, auch wenn die Provision schmerzt. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus echter Notwendigkeit.
Sie haben keine Zeit.
Selbst verkaufen kostet erfahrungsgemäß 30-60 Stunden Arbeit über mehrere Wochen verteilt. Wenn Sie Vollzeit arbeiten und Familie haben, wird das eng. Ein Makler übernimmt Inserate, Anrufe, Besichtigungen. Das kann Ihnen mehrere Wochen Lebenszeit zurückgeben.
Die Immobilie ist kompliziert.
Denkmalschutz, Erbpacht, Auflassungsvormerkungen, ungeklärte Grenzen, Wegerechte, Altlasten: Wenn Ihre Immobilie rechtliche Eigentümlichkeiten hat, brauchen Sie jemanden, der Käufer-Fragen souverän beantwortet. Ein erfahrener Makler kann das.
Sie wohnen weit weg.
Wenn Sie im Ausland leben oder die Immobilie in einer anderen Stadt steht, sind Besichtigungen vor Ort schwer zu organisieren. Ein Makler vor Ort ist dann praktisch, auch wenn er Geld kostet.
Es geht Ihnen emotional zu nah.
Bei Erbschaften, Scheidungen oder dem Verkauf des Elternhauses ist Verhandeln mit Käufern emotional schwierig. Ein neutraler Vermittler kann sachlich bleiben, wo Sie nicht können.
Sie verkaufen eine teure Sonderimmobilie.
Bei Objekten über 1 Mio. €, besonders Villen, Anwesen oder Gewerbe, hilft das Netzwerk eines spezialisierten Maklers. Solvente Käufer suchen oft nicht selbst auf den Portalen, sondern werden empfohlen.
Sie wollen Zwangsverkauf vermeiden.
Wenn ein Verkauf unter Zeitdruck steht (Bank-Druck, Insolvenz, Scheidungs-Frist) und ein zu niedriger Preis größere Folgen hätte als die Provision, ist der Makler oft günstiger als der Schaden eines Notverkaufs.
03Direkter Vergleich
Mit Makler · ohne Makler.
04Wann selbst verkaufen die richtige Wahl ist
Sechs Situationen,
in denen Sie keinen Makler brauchen.
Die Immobilie ist marktüblich.
Ein normales Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung in einer durchschnittlichen Wohnlage verkauft sich über die Immobilien-Portale von alleine. Sie brauchen keinen Vermittler dafür.
Sie haben Zeit für 3-6 Monate.
Über 30-60 Stunden verteilt auf ein paar Monate ist machbar, wenn Sie im Home-Office sind, Teilzeit arbeiten oder Rentner sind.
Sie wohnen in der Nähe.
Wenn Sie innerhalb von 30 Minuten zur Immobilie kommen, können Sie Besichtigungen leicht selbst machen. So sparen Sie die Maklerprovision komplett.
Sie können gut zuhören.
Die wichtigste Fähigkeit beim Verkauf ist nicht Reden, sondern Zuhören. Wer Käufer-Fragen ernst nimmt und ehrlich beantwortet, verkauft besser als jede Hochglanz-Präsentation.
Sie verstehen Ihre Immobilie.
Niemand kennt Ihr Haus besser als Sie. Sie wissen, wo die letzten Reparaturen waren, was die Heizung kostet, wie laut die Straße ist. Diese Fragen kann kein Makler so authentisch beantworten wie Sie.
Sie wollen die volle Kontrolle.
Welcher Käufer den Zuschlag bekommt, zu welchem Preis verkauft wird, wann der Termin beim Notar ist: Das entscheiden nur Sie. Mit Makler geben Sie das ein Stück weit ab.
05Unsere ehrliche Empfehlung
Stellen Sie sich vier Fragen.
1. Habe ich 30-60 Stunden über 3-4 Monate?
2. Ist meine Immobilie unkompliziert?
3. Kann ich vor Ort Besichtigungen machen?
4. Bin ich emotional bereit, mit Käufern zu verhandeln?
Faustregel: 3 von 4 Mal „Ja" → selbst verkaufen geht. Sonst lieber Makler. Es ist keine Schande, den Profi zu holen. Es ist auch keine Schande, es selbst zu machen.
06 ── Häufige Fragen
Was Verkäufer fragen,
bevor sie starten.
Wir antworten ehrlich, auch wenn die Antwort lautet: „Das machen wir nicht."
Gibt es Makler, die nur Festpreise nehmen?
Ja, sogenannte „Flatfee“-Makler oder „Festpreis-Makler“ gibt es zunehmend. Sie verlangen einen festen Betrag (oft 4.000-8.000 €) statt Prozent. Bei teuren Objekten kann das günstiger sein als klassische Provision.
Was kostet ein Makler in Deutschland?
Seit Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip: Bei Wohnimmobilien zahlen Käufer und Verkäufer jeweils maximal 3,57 % (inkl. MwSt.), zusammen also 7,14 %. Bei 425.000 € Verkaufspreis sind das rund 30.345 € Gesamtprovision.
Kann ich Makler nur teilweise beauftragen?
Ja. Manche Makler bieten Teil-Leistungen an: nur Fotos, nur Exposé, nur Besichtigungen, nur Verhandlung. Das nennt sich „á-la-carte“. Fragen Sie beim Makler nach. Die meisten machen das nicht, aber einige schon.
Wer schreibt den Kaufvertrag?
Den Kaufvertrag beurkundet der Notar, egal ob Sie selbst verkaufen oder einen Makler haben. Nach § 311b Abs. 1 BGB muss der Kaufvertrag über eine Immobilie notariell beurkundet werden. Den Vertrags-Entwurf erstellt der Notar, beide Seiten können Anpassungen verlangen.
Was, wenn ich anfange selbst zu verkaufen und es nicht klappt?
Dann beauftragen Sie danach einen Makler. Niemand hindert Sie. Es kostet Sie höchstens 4-8 Wochen Zeit, falls Sie sich verschätzt haben. Risiko ist gering, weil Sie auch ohne Makler die Wertermittlung gratis bei uns machen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Ob sich Makler oder Eigenverkauf mehr lohnt, hängt von Objekt, Markt und Ihrem Zeitbudget ab. Genannte Beträge und Prozentsätze sind Richtwerte. Eine verbindliche Auskunft zu Ihrem konkreten Fall gibt Ihnen ein Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater.
Geprüft am 05.07.2026 · Nächste Prüfung: 05.10.2026
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