Ratgeber · Immobilienrecht · Lesezeit 9 Minuten · Veröffentlicht: 19.05.2026

Maklerprovision 2026:was kostet ein Makler beim Hausverkauf?.

Typischerweise zwischen 5,95 und 7,14 % vom Kaufpreis. Bei 425.000 Euro bedeutet das: 15.173 Euro weg. Hier erfahren Sie, wer zahlt, wann Sie verhandeln können und wann Sie die Provision komplett sparen.

Christoph Kaesler

Christoph Kaesler, Gründer Immowas

Aktualisiert: 19.05.2026 · Lesezeit 9 Minuten

Typische Gesamtprovision

5,95–7,14 %

Ihr Anteil bei 425.000 €

15.173 €

Ohne Makler

0 €

Symbolbild: Paar Mitte 50 schaut gemeinsam auf Verkaufsunterlagen am KüchentischKI-generiert

Was ist die Maklerprovision?

Die Maklerprovision ist die Vergütung, die ein Immobilienmakler bei erfolgreicher Vermittlung erhält. Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt (§§ 652–655 BGB) und erfolgsabhängig. Heißt: Der Makler bekommt erst dann Geld, wenn der Kaufvertrag tatsächlich zustande kommt.

Berechnet wird die Provision als Prozentsatz vom Kaufpreis, inklusive Mehrwertsteuer. Bezahlt wird sie zu gleichen Teilen von Käufer und Verkäufer, sobald der Notarvertrag unterschrieben und der Kaufpreis geflossen ist. Geht der Verkauf nicht durch, fällt auch keine Provision an. Das ist einer der wenigen Vorteile des Maklermodells.

Wie hoch ist die Maklerprovision in Deutschland?

Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Satz. Die Provision ist frei verhandelbar. In der Praxis hat sich aber ein Standard durchgesetzt: Die Gesamtprovision beträgt meist 5,95 oder 7,14 Prozent vom Kaufpreis, inklusive Mehrwertsteuer.

Bei Wohnimmobilien zahlen Sie als Verkäufer die Hälfte: das sind in der Regel 2,975 oder 3,57 Prozent. Je nach Bundesland sind die üblichen Sätze leicht unterschiedlich.

Maklerprovision nach Bundesland: die Übersicht 2026

Seit Dezember 2020 zahlen Käufer und Verkäufer bei Wohnimmobilien je 50 Prozent. Die Gesamthöhe variiert leicht je nach Region.

BundeslandGesamtKäuferVerkäufer
Baden-Württemberg7,14 %3,57 %3,57 %
Bayern7,14 %3,57 %3,57 %
Berlin7,14 %3,57 %3,57 %
Brandenburg7,14 %3,57 %3,57 %
Bremen5,95 %2,98 %2,98 %
Hamburg6,25 %3,12 %3,12 %
Hessen5,95–7,14 %2,98–3,57 %2,98–3,57 %
Mecklenburg-Vorpommern5,95 %2,98 %2,98 %
Niedersachsen4,76–7,14 %2,38–3,57 %2,38–3,57 %
Nordrhein-Westfalen7,14 %3,57 %3,57 %
Rheinland-Pfalz7,14 %3,57 %3,57 %
Saarland7,14 %3,57 %3,57 %
Sachsen7,14 %3,57 %3,57 %
Sachsen-Anhalt7,14 %3,57 %3,57 %
Schleswig-Holstein7,14 %3,57 %3,57 %
Thüringen7,14 %3,57 %3,57 %

Stand: 2026. Die Provision ist frei verhandelbar und kann je nach Markt und Vereinbarung abweichen.

Wer zahlt die Maklerprovision?

Seit Dezember 2020 gilt für Wohnimmobilien das Halbteilungsprinzip. Der Auftraggeber ist meist der Verkäufer. Sie können dem Käufer aber maximal 50 Prozent der Gesamtprovision aufbürden. Beide Seiten schließen einen eigenen Maklervertrag ab.

Bei Mehrfamilienhäusern und Grundstücken greift diese Regel nicht automatisch. Hier entscheidet der jeweilige Vertrag, wer wie viel zahlt.

Was bleibt nach Abzug der Provision?

Ein Beispiel mit echten Zahlen. Kaufpreis 425.000 €, Gesamtprovision 7,14 %:

PostenBetrag
Gesamtprovision (7,14 %)30.346 €
Ihr Anteil als Verkäufer (50 %)15.173 €
Anteil des Käufers (50 %)15.173 €

Die Provision wird erst fällig, wenn der Kauf notariell beurkundet ist und der Kaufpreis geflossen ist. Sie zahlen also nur, wenn der Verkauf wirklich stattfindet.

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Was ist Ihre Immobilie wirklich wert, bevor Sie entscheiden?

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Wann müssen Sie gar keine Maklerprovision zahlen?

Wenn Sie Ihre Immobilie ohne Makler verkaufen, fällt keine Provision an. Sie verhandeln direkt mit dem Käufer.

Das klingt nach viel Aufwand. Mit den richtigen Werkzeugen ist es das nicht mehr. Wertermittlung, Exposé, Fotos, Lage-Profil: all das gibt es heute als Selbst-Verkauf-Toolkit. Sie brauchen keinen Makler, der 15.000 Euro mitnimmt, damit die Sachen erledigt werden.

Was nicht zu unterschätzen ist: Eine falsche Preiseinschätzung am Anfang kann teurer werden als die Maklerprovision. Bei einem Haus für 425.000 Euro können Bewertungsfehler Verluste von 20.000 bis 60.000 Euro bedeuten. Deshalb beginnt jeder Verkauf bei derselben Frage, egal ob mit oder ohne Makler: Was ist Ihre Immobilie wirklich wert?

Symbolbild: Person rechnet am Küchentisch die Kosten für einen ImmobilienverkaufKI-generiert

Können Sie die Provision verhandeln?

Ja. Die Maklergebühren sind frei verhandelbar. Der richtige Moment ist vor der Unterzeichnung des Maklervertrags. Danach ist der Spielraum klein. Wer mehrere Anbieter vergleicht, hat eine stärkere Position.

Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf den Prozentsatz. Auch der Leistungsumfang unterscheidet sich. Wer macht die Fotos? Wie wird die Immobilie vermarktet? Wie viele Besichtigungen organisiert der Makler tatsächlich? Wer das nachfragt, sieht oft schnell: viele dieser Aufgaben können Sie selbst übernehmen.

BGH-Urteile März 2025: drei Entscheidungen, die Sie kennen sollten

Am 6. März 2025 hat der Bundesgerichtshof gleich drei Urteile zur Maklerprovision gefällt. Alle stärken die Position des Käufers, und alle haben Auswirkungen auf die Vertragsgestaltung beim Verkauf.

I ZR 32/24

Einfamilienhaus bleibt Einfamilienhaus

Ein Einfamilienhaus, das zu einem Fünftel gewerblich als Büro genutzt wird, bleibt im Sinne von § 656c BGB ein Einfamilienhaus. Das Halbteilungsprinzip gilt auch dann, wenn der Maklervertrag von einem Bevollmächtigten, nicht vom Eigentümer selbst, unterzeichnet wurde.

I ZR 25/24

Kein Trick über den Kaufpreis

Manche Makler versuchten, die volle Provision über eine künstliche Kaufpreisreduzierung auf den Käufer abzuwälzen. Der BGH stoppt das: Diese Konstruktion verstößt gegen § 656d Abs. 1 S. 1 BGB. Der Käufer darf bei einseitigem Maklerauftrag nicht mehr als die Hälfte tragen.

I ZR 138/24

Käufer können Provision zurückfordern

Wer bei einem unzulässigen Maklervertrag bereits zu viel gezahlt hat, kann die überschüssige Provision zurückfordern. Das ist relevant für alle, die seit Dezember 2020 mehr als 50 Prozent der Gesamtprovision getragen haben.

Wenn Sie gerade einen Maklervertrag abschließen, lassen Sie die genaue Formulierung von einem Notar oder Anwalt prüfen. Ein einzelner Satz im Vertrag kann im Streitfall den Unterschied machen.

Verkaufsnebenkosten: was kostet ein Hausverkauf wirklich?

Die Maklerprovision ist nur ein Posten. Beim Hausverkauf fallen auf beiden Seiten weitere Kosten an. Hier der Überblick, Beispiel: 425.000 Euro Kaufpreis.

Ihre Kosten als Verkäufer:

Maklerprovision (50 % Anteil)15.173 €
Energieausweis50–500 €
Grundschuldlöschungindividuell
Vorfälligkeitsentschädigungindividuell
Spekulationssteuerindividuell

Käufer-Nebenkosten (zusätzlich zum Kaufpreis):

Maklerprovision (50 % Anteil)15.173 €
Notar + Grundbuch6.375–8.500 €
Grunderwerbsteuer14.875–27.625 €

In Summe bezahlt der Käufer auf 425.000 Euro schnell zusätzliche 36.000 bis 51.000 Euro Nebenkosten. Die Maklerprovision ist davon der einzige Posten, den ihr beide gemeinsam komplett vermeiden könnt, indem ihr ohne Makler abschließt.

Symbolbild: Modernes deutsches Einfamilienhaus mit Vorgarten an einer ruhigen WohnstraßeKI-generiert

Mit oder ohne Makler verkaufen?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie viel Sie selbst machen wollen und können.

Ein Makler nimmt Ihnen den Aufwand ab. Im besten Fall bringt er ein Käufernetzwerk mit. Das kostet bei einem Haus für 425.000 Euro rund 15.000 Euro auf Ihrer Seite. Plus 15.000 Euro auf der Käuferseite, die den Verkaufspreis auch indirekt belasten.

Ohne Makler sparen Sie diese Provision komplett. Sie brauchen nur drei Dinge: einen realistischen Preis, ordentliche Bilder und Texte, und einen Weg, die Immobilie sichtbar zu machen. Das ist heute lösbar, ohne Makler-Provision und ohne 30 Stunden Eigenrecherche.

Beide Wege haben ihre Berechtigung. Was in jedem Fall gilt: Sie brauchen eine realistische Einschätzung, was Ihre Immobilie wert ist, bevor Sie sich entscheiden.

Häufige Fragen

Was Verkäufer zur
Maklerprovision fragen.

Wie hoch ist die Maklercourtage im Jahr 2026?

Die Maklercourtage liegt in Deutschland typischerweise zwischen 5,95 und 7,14 Prozent vom Kaufpreis, inklusive Mehrwertsteuer. Käufer und Verkäufer teilen diesen Betrag seit Dezember 2020 je zur Hälfte.

Was ist die übliche Maklerprovision beim Hausverkauf?

Beim Hausverkauf von Wohnimmobilien zahlen Käufer und Verkäufer meist jeweils 3,57 Prozent vom Kaufpreis inklusive Mehrwertsteuer. Der genaue Satz hängt vom Bundesland und der Vereinbarung ab.

Wie hoch ist die Maklerprovision bei einem Kaufpreis von 425.000 Euro?

Bei 425.000 Euro Kaufpreis und einem Gesamtsatz von 7,14 Prozent beträgt die Provision 30.346 Euro. Sie zahlen als Verkäufer 15.173 Euro, der Käufer ebenfalls 15.173 Euro.

Wer zahlt die 3,57 Prozent Maklerprovision?

Seit Dezember 2020 gilt für Wohnimmobilien das Halbteilungsprinzip. Käufer und Verkäufer zahlen jeweils 50 Prozent der Gesamtprovision. Sie können dem Käufer nicht mehr als Ihren eigenen Anteil aufbürden.

Kann man die Maklerprovision verhandeln?

Ja. Die Provision ist gesetzlich nicht vorgeschrieben und kann vor Vertragsabschluss verhandelt werden. Wer mehrere Anbieter vergleicht, hat die stärkere Position.

Wann fällt keine Maklerprovision an?

Wenn Sie Ihre Immobilie ohne Makler direkt an einen Käufer verkaufen, fällt keine Provision an. Außerdem entsteht kein Provisionsanspruch, wenn kein Kaufvertrag zustande kommt.

Was ist der teuerste Fehler beim Hausverkauf?

Ein falscher Einstiegspreis. Wenn eine Immobilie zu hoch angesetzt ist, bleibt sie lang auf dem Markt. Spätere Preissenkungen wirken abschreckend. Bei einem Haus für 425.000 Euro können Bewertungsfehler Verluste zwischen 20.000 und 60.000 Euro bedeuten. Genau deshalb ist die Wertermittlung der erste Schritt, egal ob mit oder ohne Makler.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Provisionshöhe, das Bestellerprinzip nach §§ 656c, 656d BGB und die steuerliche Wirkung hängen vom Einzelfall ab. Genannte Prozentsätze und Beispielbeträge sind Richtwerte. Eine verbindliche Auskunft zu Ihrem konkreten Fall gibt Ihnen ein Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater.

Geprüft am 05.07.2026 · Nächste Prüfung: 05.10.2026

Christoph Kaesler, Gründer von Immowas

Geschrieben von

Christoph Kaesler, Gründer Immowas

Christoph hat Immobilien-Transaktionen in Deutschland und Österreich begleitet und Immowas gegründet, weil er gesehen hat, wie viel Provision Privatverkäufer unnötig zahlen. Mehr über uns · LinkedIn

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